Hausbau ohne Eigenkapital

Geschrieben am 03.01.2012

Nicht wenige Bauwillige, machen sich Sorgen darüber, ob Sie ohne zur Verfügung stehendes Eigenkapital überhaupt ein entsprechendes Baudarlehen erhalten werden. Der Grund hierfür ist die bis vor einiger Zeit vorherrschende Gangart von Banken, Darlehen bis zu einer Höhe von maximal 80% der Baukosten zu vergeben - ohne die Nebenkosten. Mittlerweile hat sich das das Blatt aber zugunsten derer gewandt, die sich ein Eigenheim errichten lassen möchten, ohne Eigenkapital zur Verfügung zu haben.

Einige machten den Anfang

Eine Hand voll Direktbanken war dafür verantwortlich, dass sich der Markt im Interesse von "Häuslebauern" öffnete. Diese Banken erkannten, dass der Einzelne in vielen Fällen zwar genügend Einkommen hat, um die Raten zu zahlen, aber wegen bestehender Mietkosten, kein Rücklagen bilden konnte. Vor allem Töchter ausländischer Banken und Direktbanken machten hier den Anfang, diese Lücke zu füllen.

Der Markt ist offen

Da Banken und Sparkassen mit der Zeit erkannt haben, dass hier ein bisher ungenutztes Potential brach lag, zogen immer mehr Unternehmen nach und boten sogenannte "100%-Finanzierungen" an. Diese auch Vollfinanzierung genannten Baudarlehen, decken mittlerweile sogar die Nebenkosten des Hausbaus ab, wie zum Beispiel Maklercourtage und die Grunderwerbssteuer von 4%. So werden teilweise sogar 120%-Finanzierung auf die Beine gestellt.

Höheres Risiko kostet

Der mittlerweile verstaubte 80%-Grundsatz der Banken, hatte als Grundlage ein kalkuliertes Ausfallrisiko. Somit wären die Verluste bei einem Ausfall geringer, da das entsprechende Haus in aller Regel als Sicherheit zugrunde gelegt wird. Da dieser Puffer von 20% zum Bauwert bei einer Vollfinanzierung nicht mehr gegeben ist, verlangen die Kreditunternehmen für solche Darlehen höhere Zinsen.

Man sollte die Auswahl nutzen

Nicht nur die Anbieterlandschaft lässt bisweilen alle Möglichkeiten offen, sondern auch Ergänzungen zur Finanzierung bieten sich immer wieder an. Macht in einigen Fällen die eigene Hausbank Probleme, lohnt sich der Gang zu großen Baudarlehen-Vermittlern. Diese arbeiten nicht selten mit dutzenden Banken zusammen, kennen deren Richtlinien zur Kreditvergabe und erwirken in Einzelfällen oftmals auch noch Sonderkonditionen. Wer die Finanzierung noch zusätzlich mit einem Bausparvertrag ergänzt, kann sich zudem auf mittelfristiger Sicht doch noch ein Eigenkapital ansammeln, das nach Zuteilung des Bausparers direkt in die laufende Finanzierung einfließt.

Risiken für den Bauwilligen

Grundsätzlich ist die Vorstellung verlockend, ohne Eigenkapital ein Haus zu bauen oder zu kaufen. Schnell verlässt man so die Mietwohnung und kommt ins Eigenheim. Die effektive Belastung durch Darlehensraten und das Risiko eines neuen Zinses nach Ende der Zinsfestschreibung von meisten 10 Jahren Laufzeit, sollte aber wohlkalkuliert sein.